Kursbericht
Kurs Lawinenkunde und Kältemedizin, 19. - 21. Februar 2010 in Sankt Jodok am Brenner, Österreich
von Ulrich Steiner
Man nehme 16 TeilnehmerInnen, hochkarätige Referenten, Mister-Snowcard Jan Mersch - und schon steht einem spannendem Refresherkurs nichts mehr im Weg. Aber der Reihe nach: Am Aschermittwochabends trudelten die Teilnehmer bei Regentauwetter im Gasthof Lamm am Brenner ein. Bei einem ersten kulinarischen Highlight hatten die Teilnehmer genügend Zeit sich kennenzulernen, bevor in der ersten Theorieeinheit die Interpretation des Lawinenlageberichts und die aktuellen Verhältnisse auf dem Programm standen.
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Nach dem Frühstück erfolgte die Tourenplanung wie in den folgenden Tagen in Kleingruppen. Bei mittlerweile immer noch zu warmen, aber immerhin trockenerem Wetter führte unsere erste Tour auf den Geierschnabel im Valseral. Praktische LVS-Übungen rundeten den Nachmittag ab.
Abends referierte Dr. Werner Beikircher (KKH Bruneck) umfassend über alle Aspekte der Lawinenmedizin inklusive einem sehr eindrücklichen Fallbeispiel aus Südtirol.
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Trotz Schneeregen und starkem Wind konnten am nächsten Tag die Gipfel von Sumpfkopf und Hohem Napf erklommen werden. Selbst bei der Praxiseinheit Sondierung und Schaufeltaktik unter widrigsten äußeren Bedingungen waren die Teilnehmer noch mit größter Motivation dabei. Nach weiteren kulinarischem Leckerbissen gestaltete Professor Biedermann den weiteren Abend zum Thema Kälteschäden und Erfrierungen. Bis spät in die Nacht konnten wir bei einem Glas Rotwein von der immensen Erfahrung unseres Referenten profitieren
Das Katastrophenwetter besorgte für den folgenden Tag eine interessante und lehrreiche Lawinenlage mit Wummgeräuschen und allen anderen Merkmalen für einen angespannten „Dreier“. Die zusätzlich nicht vorhandene Sicht schränkte bei permanentem Schneefall die Tourenmöglichkeiten stark ein. Über die aufgelassene Zirogpiste erreichten wir schon auf südtiroler Boden die Enzianhütte, wo wir nach einem wärmendem Cappuccino eine ausführliche Lawineneinsatzübung simulierten. Hier zeigten sich die ersten „Früchte“ der vergangenen Tage, denn alle „Dummies“ konnten in akzeptabler Zeit geortet und ausgegraben werden. Die Abendgestaltung übernahmen Stefan Hochstaffl (ltd. Lawinenhundeführer Tirol) und Sigi Stoeckl (ltd. Flugretter SHS Notarzthelicopter) mit Vorträgen zu aktuellen Lawinenunfällen dieses Winters. Der Sonntagmorgen bescherte uns endlich besseres Wetter und frischen Pulverschnee. Nach der Auffahrt mit den Bergbahnen in Steinach stiegen wir aufs Egger -Joch und zogen unsere Spuren in größtenteils unverspurte Hänge hinab ins Obernberger-Tal.
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Mein spezieller Dank gilt meinem Bergführerkollegen Jan Mersch, den übrigen Referenten, dem Team vom Gasthof Lamm für die pefekten Rahmenbedingungen sowie der Firma ABS-Lawinenairbag für die Ausstattung des Kurses mit Demorucksäcken mit der neuen Fernauslösetechnologie.
Berg heil!
TERMINE
BExMed | Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e.V.