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Sommerkurs Expeditionsmedizin für Alpinärzte 2021

19. bis 26. Juni 2021, Vermiglio Trentino, Italien

Leitung

Dr. Andrea Pippi, St. Gallen
Dr. Jorg Schneider, Bad Aibling

 


Fortbildungsprogramm des Expeditionskurs

Um als verantwortlicher Arzt ein Trekking oder eine Expedition kompetent betreuen zu können, muss Mann oder Frau eine ganze Reihe von Qualifikationen mitbringen. Neben profunden Kenntnissen in Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Reisemedizin gilt dabei das Wissen um höhenbedingte Erkrankungen und deren Therapie als selbstverständlich. Aber was bringt der kompetenteste Mediziner, wenn er den Patienten nicht aus eigener Kraft erreichen kann? Gerade deshalb wird in diesem Kurs neben der medizinischen ein Schwerpunkt auf der alpinistischen Ausbildung der angehenden Expeditionsärzte liegen. Dieser Kurs soll den Teilnehmern das Rüstzeug für die medizinische Betreuung eines Trekkings oder einer Expedition an die Hand geben.

Der Kurs wird von der UIAA International Climbing and Mountaineering Federation, der ICAR International Commission for Alpine Rescue und der ISMM International Society of Mountain Medicine für die Ausbildung Expedition and Wilderness Medicine anerkannt.

Themenbereiche Theorie

  • Höhenphysiologie, Höhenkrankheit, Höhenlungenödem, Höhenhirnödem
  • Höhenmedizinische Notfalltherapie AMS, HAPE, HACE
  • Notfallmedizinische Massnahmen bei Hypothermie, Erfrierungen, Hängetrauma
  • Behandlung Lawinenverschütteter und Reanimation mit Triage Algorithmus
  • Reanimationsentscheid unter extremen Umgebungsbedingungen (Ethische Überlegungen, medizinische Einschätzung, rechtliche Rahmenbedingungen, prognostische und taktische Faktoren, Abbruchkriterien der Reanimationsmassnahmen)
  • Chronische Krankheiten (u.a. Diabetes, Asthma) und Höhenbergsteigen sowie internistische Notfälle am Berg und bei Trekkings
  • Reise- und Tropenmedizin - Tropenmedizinische Notfälle
  • Krankheiten und medizinische Notfälle - Fallbeispiele von 10 Expeditionen
  • Anforderungsprofil an den Expeditionsarzt
  • Die Expeditionsapotheke (Basislager, Hochlager, Rucksack)
  • Der Faktor Mensch auf Expedition - psychologische Aspekte
  • Entwicklungen, Stile und Ethik beim Expeditionsbergsteigen
  • Alpinistisches Anforderungsprofil an den Expeditionsteilnehmer und den Expeditionsarzt
  • Organisations- und Kommunikationsstrategien
  • Juristische und finanzielle Aspekte für Expeditionsärzte

Themenbereiche Höhen- und bergrettungsmedizinische Praxis

  • Fixseilbegehung im Auf- und Abstieg zur notfallmedizinischen Bergung von Verletzten
  • Behelfsmäßige Erstversorgung und medizinische Probleme beim Abtransport mit Biwaksackverschnürung
  • Hochlagertaktik (Notfallmedizinischer Umgang mit Unterkühlung, Erfrierung, Isolation)
  • Anwendung von Certec-Bag und Wenoll-System (höhenmedizinische Notfallgeräte)
  • Notfallmedizinisches Arbeiten in extremer Umgebung und mit außergewöhnlichen Rettungsmittel
  • Medizinische Aspekte der Spaltenbergung

Voraussetzungen

  • Gute alpinistische Grundausbildung.
  • Hochtourenerfahrung und Kondition für Touren über 6 - 8 Stunden!
  • Vorausgesetzt werden Kenntnisse und Erfahrungen im Felsgelände bis UIAA III, beim Begehen von spaltenreichen Gletschern, Anseilen am Gletscher und einfache Spaltenbergungsverfahren (lose Rolle)
  • Aufgrund der besonderen Anforderungen im vergletscherten Gebiet wird zur Auswahl der Teilnehmer ein Tourenbericht der letzten zwei Jahre benötigt.
  • Dipl. of Mountain Medicine (DIMM), Absolvierung aller 3 Alpinärztekurse oder vergleichbare Ausbildung (Nachweis beilegen)
  • Mitgliedschaft in der BExMed oder ÖGAMH

 

Der Kurs richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, ist aber auch für andere Personengruppen im Bergrettungsdienst offen.
Aufgrund des angestrebten Abschlusses werden Ärztinnen und Ärzte bevorzugt behandelt.

Bitte beachten:
Eine anschließende Zulassung zur Prüfung zum Diploma in Expedition and Wilderness Medicine setzt das Diploma in Mountain Medicine DiMM voraus.